Sebastian Selle

Mein Weg in die Lüfte

Pilot in Command

Fliegen bedeutet, die Welt neu zu entdecken. Für mich ist es mehr als ein Hobby – es ist ein Kindheitstraum, an dem ich seit Jahren arbeite.

Vom Segelflieger im Keller ins Cockpit

Schon als Kind hat mich die Luftfahrt fasziniert. Gemeinsam mit meinem Vater baute ich damals einen kleinen Segelflieger – Holz, Geduld und eine Menge Fragen, die er beantworten musste. Aus dem Modell wurde ein Interesse, aus dem Interesse ein Ziel.

Heute lebe ich diesen Traum: die Ausbildung zum Privatpiloten. Was in der Theorie nach Meteorologie, Navigation und Luftrecht klingt, fühlt sich in der Praxis vor allem nach Konzentration an – und nach dem Moment, in dem der Boden kleiner wird.

Was ich hier teile

Die Erfahrungen, die Herausforderungen und die Erlebnisse aus der General Aviation. Die Fliegerei sieht von außen glamouröser aus, als sie ist: Es geht um Checklisten, Wetter, Vorbereitung und um das ehrliche Eingeständnis, wenn ein Flug heute keine gute Idee wäre. Genau das macht sie so lehrreich – auch für alles andere.

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Auch unbemannt: Drohnenpilot

Nicht jeder Flug findet mit mir an Bord statt. Für die offene Kategorie halte ich beide Nachweise nach der EU-Drohnenverordnung: den Kompetenznachweis für A1/A3 und das Fernpiloten-Zeugnis A2. Für das A2-Zeugnis kommt eine zusätzliche Theorieprüfung bei einer benannten Stelle dazu – dafür darf man damit näher an unbeteiligte Personen heran.

Praktisch heißt das vor allem: vorher wissen, wo man fliegen darf. Luftraum, Schutzgebiete, Mindestabstände, Wetter – dieselbe Vorbereitung wie am Flugzeug, nur mit weniger Sitzplätzen.

Rehkitzrettung vor der Mahd

Daraus ist auch etwas sehr Praktisches geworden: Ich biete Rehkitzrettung an. Im Mai und Juni legen Ricken ihre Kitze ins hohe Gras, und die Kitze fliehen nicht – sie drücken sich flach an den Boden. Genau das wird ihnen beim Mähen zum Verhängnis.

Mit der Drohne und einer Wärmebildkamera lässt sich die Fläche in den kühlen Stunden vor Sonnenaufgang absuchen, wenn der Temperaturunterschied zum Boden am größten ist. Was gefunden wird, kommt aus der Fläche, bis gemäht ist – angefasst wird nur mit Handschuhen und Grasbüschel, damit die Ricke ihr Kitz danach wieder annimmt.

Das läuft in Abstimmung mit Landwirt und Jagdpächter und braucht vor allem eines: frühes Aufstehen. Wenn du eine Fläche hast, die vorher abgesucht werden soll – melde dich rechtzeitig, das Zeitfenster im Frühjahr ist kurz.

Und darüber hinaus

Zur Luftfahrt gehört bei mir auch das Springen aus dem Flugzeug. Skydiving ist der kürzeste Weg zu einem klaren Kopf – Adrenalin, absoluter Fokus und danach eine Ruhe, die man sonst nirgends bekommt.

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